Windows 10 Version 1809: Auslieferung wurde gestoppt!

Am Samstag, den 6. 10. 2018 zog Microsoft die Reißleine und stoppte die Auslieferung der neuesten Version 1803, die erst vier Tage zuvor, am Dienstag, den 2. 10. 2018, angelaufen war. Dieser Auslieferungsstopp gilt bis auf Weiteres.

 

Der Grund waren hunderte von Benutzerberichten über den Verlust persönlicher Daten nach der Aktualisierung des Systems auf die Version 1809. Die Inhalte der Ordner "Dokumente" und "Bilder" im Benutzerverzeichnis waren verschwunden. Andere Benutzer berichteten auch von Datenverlusten in den Ordnern "Musik" und "Download".

 

Da Microsoft die neue Version bislang noch nicht als automatische Aktualisierung verteilt hat, sind allerdings nur Benutzer betroffen, die entweder:

- Windows ausdrücklich angewiesen haben, nach neuen Updates zu suchen ("Einstellungen" --> "Updates und Sicherheit" ---> Button "Nach Updates suchen".

   oder

- die mit dem Windows "Media Creation Tool" die Installationsmedien (ISO-Dateien) manuell heruntergeladen und eingesetzt haben.

Ergänzung: Inzwischen wurde bekannt, dass Microsoft die neue Version doch bereits vereinzelt als automatisches Update verteilt hat.

 

Von den Problemen hätte Microsoft schon vorher wissen können. Hinweise zu diesem Problem gab es bereits vor der Veröffentlichung von Version 1809, von Teilnehmern am so genannten Windows Insider-Programm. Warum Microsoft diesen Hinweisen nicht nachging, ist bisher unklar.

 

Einer der Gründe für das Problem: Microsoft liefert neue Funktionen für Windows 10 nicht als Update, sondern als Funktionsupgrade aus. Was ist der Unterschied dabei? Bei einem Update werden nur die veränderten Dateien ausgetauscht, bei einem Funktionsupgrade wie die neue Version 1809 wird aber die vorhandene Windows-Installation in einen neu angelegten Ordner namens "Windows.old" verschoben. Danach installiert das Programm für den Funktionsupgrade eine komplett neue Windows-Version in den Ordner namens "Windows" und versucht anschließend, alle Dateien, Einstellungen und Anwendungen aus der vorhandenen Installation zu übernehmen.

 

Hier hatte es in der Vergangenheit schon häufiger Schwierigkeiten gegeben, wobei bislang üblicherweise "nur" Einstellungen verloren gingen sowie als inkompatibel eingestufte Anwendungen auf der Strecke blieben. Ich erinnere an die Probleme bei der Version 1803 - zum Beispiel der Verlust des Benutzerprofils. Ich musste hier einen neuen Benutzer anlegen und die Daten aus der ursprünglichen Ordnerstruktur in die neue Ordnerstruktur verschieben, um wieder den gewünschten Zustand herzustellen.

 

Das einzige Hilfsmittel gegen solche Katastrophen: Regelmäßige Datensicherung

 

Zumindest aber: Vor jeder Aktualisierung des Betriebssystems unbedingt eine komplette Datensicherung durchführen.

 

Das haben Sie noch nie gemacht? Dann wird es jetzt Zeit. Ich halte ein automatisches Update auf eine externe Festplatte für dringend nötig - täglich oder zumindest einmal pro Woche. Dazu gibt es ein sehr gutes, in Deutschland entwickeltes Programm, kostenlos und ohne jede Werbung. Fragen Sie den PC-Doktor.

 

Nach der Aktualisierung des Betriebssystems sollten zudem sämtliche Einstellungen überprüft werden.  Auf nicht übernommene (ältere) Anwendungen weist Windows selbst hin. Auch hier weiss der PC-Doktor Rat.

 

Falls Sie "Windows 10 Pro" benutzen, sollten Sie zudem in den Einstellungen unter "Windows Update/Erweiterte Optionen" das Einspielen neuer Versionen verzögern, indem sie unter "Installationszeitpunkt für Updates auswählen" umstellen von "Semi-Annual Channel (targeted)" auf "Semi-Annual Channel" UND eine Verzögerung des Funktionsupdates um eine bestimmte Anzahl von Tagen (Meine Empfehlung: 50 bis 90 Tage) wählen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Windows 10 Pro kann das automatische Funktionsupgrade um bis zu 365 Tage verzögert werden.

Meine Empfehlung: Stellen Sie einen Wert zwischen 50 und 90 Tagen ein.

Falls Sie aber "Windows 10 Home" benutzen, haben Sie diese Wahl nicht.
[Vorsicht - Ironie]:
Benutzer von
"Windows 10 Home" dienen Microsoft nämlich als eine Art erweiterter Kreis von "Beta-Testern". Sie bekommen automatisch eine neue Version geliefert, sobald Microsoft sie für fertig hält. Bei insgesamt nun über 700 Millionen Windows 10 Geräten sind das mehrere 100 Millionen Windows 10 Home "Beta-Tester".

 

[Ironie - Ende]:
Als Startzeitpunkt für diese automatische Auslieferung von Version 1809 über Windows Update war eigentlich der 09. 10. 2018 Oktober geplant. Das dürfte aber erst einmal hinfällig sein.

 

Ich werde weiter berichten...

 

Ihr PC-Doktor.